Euro-Rettungsschirm

In beispielloser Weise sollte der Bundestag am Freitag über einen milliardenschweren EU-Krisenfonds abstimmen. Die Vertragsgrundlagen für die zu gründende Zweckgesellschaft lagen nicht vor. Unklarheit besteht auch weiterhin, wie die Regierung Spekulationen bekämpfen, die wirtschaftspolitische Koordinierung stärken und die Kosten der Krise gerecht verteilen möchte. Ohne nachvollziehbaren Zeitdruck wurde dennoch das Verfahren innerhalb drei Tagen durchgezogen. Wir stehen zu Europa, aber unter diesen Bedingungen konnten wir dem Rettungsschirm nicht zustimmen und haben uns deswegen enthalten. Unsere Einschätzung und unsere Forderungen haben wir in einem Entschließungsantrag dokumentiert.

 

In der aktuellen Krise geht es um Bestand und Zukunft der Europäischen Union. Es geht um Wohlfahrt und Entwicklung in ganz Europa und damit um herausragende deutsche Interessen. Der verabredete Krisenfonds zur Stützung des Euro ist daher in seiner Intention richtig und ein wichtiges Signal der Europäischen Union gegen die Finanzspekulation. Damit zeigt Europa den Zusammenhalt und den Willen, die Einheit Europas nicht kaputt spekulieren zu lassen. Der Krisenfonds ist nicht die Lösung, aber ein erster Schritt auf dem langen Weg zu einer Lösung.

 

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger fragen sich aber, ob es richtig sein kann, im Wochenrhythmus milliardenschwere Pakete zur Rettung von Ländern, des Euro und der EU und letztlich auch der Banken zu verabschieden. Die Politik hat hier eine besondere Verantwortung, Zusammenhänge und Entscheidungsprozesse nachvollziehbar und transparent zu gestalten.

 

Deshalb muss das Parlament genau wissen, worüber es abstimmt. Schon am Beginn des Verfahrens hat die Bundesregierung wichtige Beteiligungsrechte des Bundestages missachtet. Nach wie vor fehlen bisher aber grundlegende Informationen über Organisationsstrukturen, Verfahren und Techniken des geplanten finanziellen Beistands für Mitgliedsstaaten der Euro-Zone. Die vertraglichen Grundlagen müssen klar sein.

 

Um den kompletten Entschließungsantrag der Grünen Bundestagsfraktion zu lesen, klicken Sie hier.

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