Zunächst einmal gratuliere ich Christian Wulff zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten und wünsche ihm eine erfolgreiche Amtszeit. Aber der 30. Juni war ein rabenschwarzer Tag für Angela Merkel und Guido Westerwelle. Sie wollten keinen parteiübergreifenden Kandidaten und konnten doch keine ausreichende Unterstützung für den eigenen Kandidaten organisieren. Der Weg ins Amt war für den Bundespräsidenten Christian Wulff steinig und führte über drei Etappen. Erst nach einem Wahlmarathon und der längsten Bundesversammlung erhielt Christian Wulff nach 9 Stunden und 34 Minuten im dritten Wahlgang die nötige Stimmenmehrheit.
Geschlossenheit sieht anders aus - CDU/CSU und FDP haben bei der Bundesversammlung einmal mehr die Probleme dieser Koalition offen gelegt. Dieser Tag wird Folgen haben und ist nicht einfach wegzustreichen, wie FDP-Generalsekretär Christian Lindner suggeriert. Die Regierung hat eine Menge aufzuarbeiten, denn (zu) viele schwarz-gelbe Politiker_innen sind offenbar äußerst unzufrieden mit der Arbeit in Berlin.
Unser Kandidat Joachim Gauck hingegen blieb bis zum dritten Wahlgang im Rennen - ein voller Erfolg und dies obwohl Gauck immer betonte: „Ich kann rechnen“ und als Außenseiter an den Start ging. Und doch überzeugte er einen großen Teil der Bundesversammlung und nicht zuletzt vor allem die Bürgerinnen und Bürger. Sein Motto war: Die Menschen sollen nicht ein Rädchen in einem System sein, sondern Gestalter. Denn: "Das ist unser Land." Ich bin mir sicher, dies hinterlässt Spuren in unserer Gesellschaft.






